Mallorca plant Müllimport in 2013

Die im Jahr 2007 auf eine Gesamtkapazität von siebenhunderttausend Tonnen pro Jahr ausgebaute Müllverbrennungsanlage im etwa 15 Kilometer nördlich von Palma gelegenen Son Reus war mit weniger als 500.000 Tonnen im Jahr 2011 nicht voll ausgelastet. Die Partido Popular (PP) hat nun am vergangenen Montag im Parlament der Balearen den Antrag gestellt etwa einhundertausend Tonnen Müll aus Städten in Irland, Großbritannien und Italien zu importieren. Durch die bessere Auslastung der MVA soll u.a. eine durch den Betreiber bereits angedrohte Erhöhung der Müllgebühren verhindert werden.

Es überrascht nicht, dass sich gegen diese Planungen Protest von allen Seiten regt. Bewohner der Orte Bunyola und Palmanyola bezeichneten die Pläne als „ungeheurlich“ und wiesen auf die Nähe der Verbrennungsanlage zum Tramuntana-Gebrige und einem Krankenhaus hin. Allerdings besteht die Anlage ohnehin seit langer Zeit, und diese Proteste kommen daher wohl etwas verspätet.

Ob die Regierung einer von Einnahmen aus dem Tourismus abhängigen Insel sich und ihren Bürgern mit diesen Müllimporten langfristig einen Gefallen tut, bleibt jedoch mehr als fraglich. Es scheint, dass die Baleraren-Regierung, ähnlich dem Bauvorhaben am Strand Es Trenc, die Interessen einzelner, finanzstarker Geschäftsleute dem Willen der Bevölkerung überordnet.

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